KI-unterstützte Lichtsteuerung und deren Bedeutung für moderne Lebensräume – so gelingt smarte Beleuchtung

Beleuchtung ist längst mehr als „Licht an, Licht aus“. Durch vernetzte Leuchten, Sensoren und Daten aus dem Gebäude lassen sich heute bereits bis zu 60 % Beleuchtungsenergie einsparen, vor allem, wenn Präsenz, Tageslicht und Betriebszeiten automatisch berücksichtigt werden. Genau hier setzt die nächste Stufe an: KI-Lichtsteuerung wertet zusätzliche Informationen aus (z. B. Nutzerverhalten, Wetter, Raumbelegung, bevorzugte Szenen) und steuert das Licht vorausschauend. Das Bundesamt für Energie zeigt, dass bereits konventionell „intelligent“ geregelte Anlagen den Strombedarf für Licht deutlich senken können – von 50 % auf rund 20 % Nutzung, wenn Sensorik und Automatisierung zusammenspielen. KI kann diese Kurve nochmals verbessern, weil sie Muster erkennt statt nur Regeln abfährt (Quelle: EnergieSchweiz).

Für private Haushalte bedeutet das: Smarte Beleuchtung via KI sorgt für mehr Komfort und passende Stimmungen ohne App-Fummelei. Für KMU bedeutet es: Intelligente Lichtsteuerung führt zu geringeren Betriebskosten und weniger manuellen Eingriffen in Besprechungsräumen, Co-Working-Flächen oder Läden. In der Schweizer Gebäudeautomation wird KI seit 2024/2025 in Pilotanlagen getestet. Das Ziel dabei ist den Energieverbrauch und Komfort gleichzeitig zu optimieren (Quelle: Swiss AI Experts).

smarte Beleuchtung

Was ist KI-unterstützte Lichtsteuerung?

Unter KI-unterstützter Lichtsteuerung versteht man Systeme, welche die üblichen Bausteine, also zum Beispiel Leuchten, Gateways, Sensoren, Kalender, Wetterdaten, mit lernenden Algorithmen kombinieren. Diese Algorithmen:

  • sammeln Nutzungsdaten (wann wird wo Licht benötigt?)
  • erkennen Muster (z. B. Montag länger im Homeoffice)
  • schlagen passende Lichtstimmungen vor oder schalten direkt
  • passen sich bei Veränderungen automatisch an.

Im Unterschied zu rein intelligenter Lichtsteuerung (wenn-dann-Logik, Präsenz- und Helligkeitssensoren) ist eine adaptive Lichtsteuerung in der Lage, ihre Parameter laufend zu verfeinern. KI macht daraus ein System, das nicht nur reagiert, sondern prognostiziert, etwa: „Um 16 Uhr wird es bewölkt, der Arbeitsplatz braucht 350 lx, wir fahren die Leuchten leicht hoch.“. Genau diese Richtung beschreiben aktuelle Schweizer Fachbeiträge zur KI in der Gebäudetechnik (Quelle: gebaeudetechnik.ch).

Vorteile und Anwendungsbereiche

a) Smarte Beleuchtung im Alltag

Mit smarter Beleuchtung lassen sich typische Wohn- und Arbeitssituationen automatisch abdecken:

  • Morgen-Szene: kühleres, aktivierendes Licht im Homeoffice
  • Abend-Szene: warmes Licht im Wohnbereich
  • Anwesenheitserkennung: Flur- und Kellerlicht nur bei Bedarf
  • Kopplung an Beschattung oder Wetterdaten

So entsteht ein konsistentes Nutzererlebnis, ohne ständig in der App Szenen zu wählen (Quelle: EnergieSchweiz).

b) Adaptive Lichtsteuerung für Stimmung und Aktivitäten

Die Adaptive Lichtsteuerung nutzt Komfortparameter (Tageszeit, Aktivität, gewünschte Farbtemperatur), um das Licht zu modulieren, ähnlich wie man es von Human-Centric-Lighting-Ansätzen kennt.

KI kann hier:

  • typische Farbtemperaturen pro Person lernen
  • Besprechungsräume automatisch auf „Präsentation“ oder „Fokus“ stellen
  • Licht im Verkaufsraum an Publikumsverkehr und Tageslicht anpassen
  • zwischen „entspannen“, „konzentrieren“, „repräsentieren“ unterscheiden.

Gerade Schweizer Büros und Bildungsbauten profitieren, weil dort viel Bildschirmarbeit stattfindet und gute Lichtqualität nachweislich die Leistungsfähigkeit stützt. (Quelle: BFE Publikationen)

c) Energieeinsparungen und Nachhaltigkeit

Mehrere Schweizer Projekte zeigen: Wenn die Regelung kontinuierlich nachgeführt wird, bleiben Einsparungen auch nach Monaten stabil – etwas, das bei einmal parametrierten Anlagen oft nicht gelingt.

KI liefert hier:

  • automatische Nachjustierung bei geänderten Raumnutzungen
  • Abschaltstrategien bei Nichtbelegung
  • Optimierung in Kombination mit anderen Gewerken (Quelle: Hälg Group)

Vergleich der Lichtsteuerungsarten

Steuerungsart Kurzbeschreibung Vorteile Typische Einsatzbereiche
Manuell Schalter/Dimmer, keine Vernetzung Günstig, überall verfügbar Kleine Räume, Bestandsgebäude
Adaptiv Passt Helligkeit/Farbtemperatur an Nutzung & Tageszeit an Höherer Komfort, bessere Lichtqualität Homeoffice, Bildungsräume
Intelligent (sensorbasiert) Präsenz- und Tageslichtsensoren, feste Regeln Deutliche Energieeinsparung, wenig Bedienaufwand Büros, Korridore, Parkings
KI-gesteuert Lernende Algorithmen, nutzt zusätzliche Datenquellen Vorausschauend, dauerhaft optimiert, personalisierbar Smarte Wohnungen, KMU-Büros, Retail

Diese Einordnung folgt dem, was aktuelle BFE-Unterlagen unter „intelligenter Beleuchtungssteuerung“ fassen, KI erweitert diesen Rahmen um Prognose und Personalisierung (Quelle: BFE Publikationen).

Zukunftsausblick: Wohin entwickelt sich die smarte Beleuchtung respektive die KI-Lichtsteuerung?

  • Mehr Geräte sprechen denselben Standard (z. B. Matter für Licht, Sensoren und Aktoren), dadurch lassen sich KI-Funktionen einfacher nachrüsten
  • Cloud + Edge: Rechenintensive Modelle laufen in der Cloud, schnelle Reaktionen vor Ort.
  • Verzahnung mit Energiemanagement: KI weiss, wann PV-Strom da ist, und verschiebt Licht-Szenen in günstige Zeitfenster.
  • Self-Service für KMU: vordefinierte KI-Profile für „Praxis“, „Atelier“, „Coworking“.

Gerade weil die Schweiz Gebäudetechnik, Energieeffizienz und Digitalisierung zusammen denkt, ist ein zügiger Roll-out realistisch (Quelle: energeiaplus.com).

Fazit: Warum jetzt auf smarte und KI-unterstützte Lichtsteuerung setzen?

KI-gestützte, intelligente Lichtsteuerung vereint Komfort, Energieeffizienz und Zukunftssicherheit. Wer heute in smarte Beleuchtung investiert, profitiert doppelt: sofort von weniger Stromkosten und künftig von immer besseren, automatisch lernenden Funktionen. Für Wohnkunden bedeutet das mehr Lebensqualität, für kleine Unternehmen professionelles Licht ohne aufwändige Bedienung.

Nächster Schritt: Prüfen Sie, ob Ihre Leuchten, Sensoren und Gateways bereits vernetzbar sind – viele LED- und Smart-Home-Produkte sind heute schon „smart ready“. So kann KI später ohne grossen Umbau ergänzt werden.

Quellen